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Vandana Shiva – Stift Lambach, Juli 2009

Sind Frauen die besseren Lebensschützerinnen?
Vortrag bei der Fachtagung Weltkirche am 24.7. im Stift Lambach

Vandana Shiva über Frauen, Ökologie und Globalisierung

Der gegenwärtig herrschende ‚Kapital-Patriarchismus‘ richtet sich v.a. gegen die Schöpfung. Das Grundproblem ist, laut Vandana Shiva, die Entfremdung zwischen dem menschlichen Lebensstil und der Umwelt. Uns ist zwar eine Welt der Fülle geschenkt, aber die Gier nach immer mehr und der Wunsch, andere zu übervorteilen, macht dieses Geschenk zunichte. Unser Auftrag ist es, die Fülle zu erhalten. Denn die Schöpfung braucht Vielfalt. Alles hat seinen Sinn und seinen Platz. Es gibt nichts und niemanden, der über den anderen steht und über Leben bzw. Tod und Zerstörung bestimmen könnte. 
 
Hier setzt Vandana Shiva an und fordert die kirchlichen Organisationen auf, diese Illusion aufzudecken.  Als Gläubige und in der Kirche Engagierte können wir nicht schweigend zuschauen, wenn indische Bauern und Bäuerinnen in eine teuflische Abhängigkeit von Saatgutfirmen kommen.  Wir müssen Stellung beziehen, wenn die Umwelt durch Monokulturen und Pestizide zerstört und der Ruin von vielen Menschen als „notwendiges Übel“ einkalkuliert wird.
 
Vandana Shiva fordert eine Trendumkehr
Was wir brauchen, sind Ökonomien der Fülle, damit alles Leben wachsen kann. Um herauszufinden, wie man mehr aus wenig macht, braucht man die Frauen und die ‚Dritte Welt‘. Sie werden den Weg zeigen.


Vandana Shiva und Silvia Richtarz bei der Tagung in Stift Lambach
 

Vandana Shiva ist indische Umweltschützerin, Bürgerrechtlerin und Feministin und bekam 1993 den Alternativen Nobelpreis. Die von ihr 1991 ins Leben gerufene Organisation Navdanya (“Neun Saaten”) gilt als Pionier einer Bewegung zur Sicherung von Saatgut traditioneller Nahrungspflanzen. Dabei geht es um die Bewahrung und Tradierung der biologischen Anbaumethoden, die die BäuerInnen schützen, die Bevölkerung mit guten Lebensmitteln versorgt und lokale Märkte stärken.
Silvia Richtarz