Junge Frauen Spiritualität Entwicklungszusammenarbeit Bildung Bewahrung der Schöpfung Gesellschaftspolitik


Save the world award, Traude Novy – Juli 2009

Die neuen «Save the World Awards» sind Teil der «World Awards» der Superfund-Investmentgruppe und sollen Menschen und Organisationen würdigen, die sich besonders für die Erhaltung der Welt einsetzen. Insgesamt wurden neun Preise vergeben, allesamt undotiert. Neben Michael Jackson erhielten auch der Schauspieler und Gründer der Afrika-Hilfsorganisation «Menschen für Menschen», Karlheinz Böhm, der Leichtathlet Carl Lewis für seine «Carl Lewis Foundation» für Kinder in Not, die Frauenrechtlerin Vandana Shiva und die österreichische Anti-Atomkraftaktivistin Freda Meissner-Blau einen Award.

Die ehemalige kfb-Wien-Vorsitzende, Traude Novy, war bei der Verleihung dabei und schildert uns ihre Eindrücke dazu:

Warum ich den „Save the world award“ nicht super fand

Vandana Shiva, die Kämpferin für Kleinbäuerinnen, Artenvielfalt und gegen Gentechnik bedankte sich mit einem flammenden Appell gegen die Geschäftspolitik der Agrarmultis für die Verleihung des World Awards. Sie war sich wahrscheinlich nicht bewusst, dass die Werbeaufschrift, die ihr Rednerinnenpult dabei zierte, einen Hedgefonds bewarb,  den allgegenwärtigen Hauptsponsor dieser Veranstaltung, Superfund. Es liegt in der Natur derartiger Gesellschaften, dass auch Rohstoffe, landwirtschaftlichen Produkte und Aktien von Agrarmultis Grundlagen des „proprietary automated trading systems“ sind, mit dem im Programm des „Save the world awards“ für Superfund geworben wird.  Ich will den Organisatoren und Geldgebern der beiden Veranstaltungen „Sustainable world congress“ auf Schloss Grafenegg und der Gala „Save the world awards“ vor dem Atomkraftwerk Zwentendorf ein echtes Anliegen nicht abstreiten, aber einiges ist in diesem Zusammenhang doch anfragenswert.
Der „Sustainable world congress“ auf Schloss Grafenegg bot ein durchaus informatives, aufrüttelndes und zukunftsweisendes Programm, aber wer waren die Teilnehmenden? Vielleicht haben sich die Personen aus der Wirtschaft gut getarnt, aber mir sind sie zumindest durch Wortmeldungen nicht aufgefallen. Die anwesenden Politiker verabschiedeten sich nach ihren Begrüßungsreden und ihren Statements in den diversen Themenblocks auch wieder sehr schnell. Wer blieb, waren die NGOs und die engagierten Personen der Zivilgesellschaft – die sind ja schon auf einem ziemlich hohen Bewusstseinsstand und hätten des großen Aufwands, den eine solche Veranstaltung auch das Land Niederösterreich kostete, nicht bedurft. Noch dazu, wo alle NGOs wissen, wie schwer es ist, für Informations- und Bildungsarbeit öffentliche Mittel zu bekommen. Die Chance, dass bei einer solchen Veranstaltung, die ja von Politik und Wirtschaft getragen war, die NGOs, engagierte Einzelpersonen, PolitikerInnen und Wirtschaftstreibende zu einem fruchtbaren Austausch kommen, ist zumindest von der Politik und der Wirtschaft nicht wahrgenommen worden.

Noch viel enttäuschender verlief die Gala in Zwentendorf. Es war eine reine Werbeveranstaltung für Herrn Kindel, Superfund und vielleicht ein wenig auch für das Land Niederösterreich – wenn das Wetter nur ein bisschen mehr mitgespielt hätte. Wohin immer die Verleihungen der Awards ausgestrahlt wurden, der Eindruck kann nur sein, dass die PreisträgerInnen als Staffage für ein spektakuläres Medienspektakel und für ein Fest der Freunde und Geschäftspartner von Superfund  herhalten mussten. Die Vermischung von Michael Jackson-Revival, aufwendigem Showprogramm und der Botschaft von Freda Meissner Blau, Greenpeace, Vandana Shiva und der Milleniums-Campagne gegen den Hunger in der Welt und andere, hatte in meinen Augen perverse Aspekte – hier verkam auch noch die größte Gefahr und Not in der Welt zu einem bunten Showelement auf der Videowand. Bezeichnend dafür ist auch, dass wegen der massiven Regenfälle, die Felder, auf denen die Autos der Teilnehmenden geparkt waren, zertrampelt und devastiert wurden.
Ein kleines Detail am Rande, aber vielleicht doch auch bezeichnend: Coffeeshop und Pago, die als Sponsoren aufscheinen, haben in ihren Sortiments weder Fairtrade-Kaffee, noch Fairtrade Säfte und von Bio war meines Wissens beim Buffet auch nicht die Rede.